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 Betreff des Beitrags: Neuer Lebensmittelskandal erschüttert Italien
BeitragVerfasst: 5. Juli 2008, 20:23 
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Registriert: 26. April 2008, 00:06
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In Italien sind in den letzten zwei Jahren 11.000 Tonnen verdorbener Käse spottbillig an Unternehmen verkauft worden, die ihn zu neuen Produkten weiterverarbeitet haben. Verkauft hat man die Produkte dann in Italien und anderen europäischen Ländern – ob auch in Österreich, ist noch unklar. In dem verdorbenen Käse waren Schimmel, Würmer und sogar Rattenexkremente.


Mit verdorbenen Produkten zehn Millionen Euro erwirtschaftet
Der Betrug ist von der italienischen Polizei aufgedeckt worden, drei Personen sitzen in Haft. Sie sollen mit den verdorbenen Produkten über zehn Millionen Euro erwirtschaftet haben, berichtet die römische Tageszeitung "La Repubblica". Auch die Belegschaft, die in den Unternehmen gearbeitet hat, war über den Betrug informiert.


Ob Österreich betroffen, noch unklar
Ob die Käseprodukte auch in Österreich verkauft worden sind, ist noch unklar. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat noch keine Meldung vom europäischen Schnellwarnsystem aus Brüssel bekommen. Die italienischen Behörden dürften gerade an den nötigen Unterlagen arbeiten, die dann übermittelt werden.


Italiens Lebensmittelindustrie in schwieriger Phase
Erst im April hatte das italienische Wochenmagazin "L'Espresso" einen Weinskandal aufgedeckt. Rund 70 Millionen Liter Wein sollen mit krebserregenden Stoffen wie chemischen Düngemitteln und Salzsäure versetzt gewesen sein. Im März waren in der süditalienischen Provinz Caserta Molkereien und Agrarunternehmen ins Visier der Ermittler geraten. In ihrer Büffelmilch, mit der Mozarella hergestellt wird, war die giftige Substanz Dioxin gefunden worden.



Offenbar wurde der verhaftete Sizilianer aus ganz Europa beliefert.

Ermittlungen noch im Gange

Der Skandal um die 11.000 Tonnen "Gammelkäse", die in Norditalien mit frischen Produkten vermischt und wieder verkauft wurden, droht sich zu einer internationalen Affäre auszuwachsen. Mehrere europäische Betriebe sind darin verwickelt - angeblich auch heimische.

Nach Angaben italienischer Medien könnten auch österreichische Milchbetriebe verdorbene Produkte an drei Unternehmen in den Regionen Lombardei und Piemont verkauft haben, die den vergammelten Käse nach einer Wiederverarbeitung an Diskont-Supermärkte lieferten.

"Können keine Namen nennen"
Auch britische, deutsche und französische Käseproduzenten werden demnach überprüft. "Namen der im Fall verwickelten Firmen können wir nicht nennen, weil die Ermittlungen noch im Gange sind", sagte der Ermittler Mauro Santonastaso gegenüber der APA.

Dutzende Personen sind in den Sog der Ermittlungen geraten, die laut einem Bericht von "La Repubblica" schon seit November 2006 laufen und jetzt in die Endphase getreten sind. Ein 46-jähriger Sizilianer und zwei weitere Personen wurden verhaftet.

Würmer, Mäusekot und Plastik
Der 46-Jährige ist Besitzer der drei Unternehmen, in denen der Käse verarbeitet wurde. Er enthielt Würmer, Mäusekot und Rückstände wie Plastik und Farbe von Etiketten und wurde vor allem zu Mozzarella, Gorgonzola und Schmelzkäse verarbeitet und dann verkauft.

Zu den Firmen, die den verdorbenen Käse an die verdächtigen Unternehmen verkauft haben sollen, zählen namhafte Milchkonzerne wie Galbani, Gararolo und Cademartori. Galbani dementierte in einer Presseaussendung allerdings jegliche Verwicklung in den Skandal.

Minister verspricht Kontrollen
Italiens Landwirtschaftsminister Luca Zaia kündigte strenge Kontrollen an. Die Menschen dürften "nicht Angst haben, wenn sie Lebensmittel einkaufen. Gastronomiebanditen zerstören das Ansehen der italienischen Lebensmittelindustrie und müssen streng bestraft werden."

Der Konsumentenschutzverband Altroconsumo drohte mit einer Sammelklage gegen die in den Skandal verwickelten Firmen. Der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti forderte "null Toleranz" für die Verantwortlichen von Betrügereien im Lebensmittelbereich.

Alles schon vorbei?
Das italienische Gesundheitsministerium teilte mit, die EU-Behörden über den Fall informiert zu haben. Angeblich ist für die Verbraucher in dem Fall jedoch bereits alles zu spät: Die Käsepanscherei soll bereits zwei Jahre zurückliegen.

Auch laut Auskunft der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ist der Skandal bereits zwei Jahre alt. Dies sei dem österreichischen Gesundheitsministerium von italienischer Seite beschieden worden, so AGES-Sprecher Oskar Wawschinek am Samstag zur APA. Vor zwei Tagen seien die Urteile in der Causa in Rom gesprochen worden. "Aktuell gibt es keinen Ekelkäse", betonte Wawschinek.

Für die italienische Lebensmittelindustrie ist dieser Skandal ein weiterer harter Schlag: Im März wurde in Büffelmilch - die Basis für echten Mozzarella - Dioxin gefunden. Im April war bekanntgeworden, dass Millionen Liter Wein mit krebserregenden Stoffen verunreinigt waren.

Quelle:
http://help.orf.at/?story=7844

http://www.orf.at/080705-26984/index.html

_________________
http://www.freenet.at/images/ueberwachung.jpg[/img]


Zuletzt geändert von linuxking am 5. Juli 2008, 20:25, insgesamt 1-mal geändert.

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